
INFORMATIONEN ÜBER DEN PREIS
Der HUGO BOSS PRIZE hat sich als bedeutendes Forum zur Anerkennung besonderer Leistungen in der zeitgenössischen Kunst etabliert. Er ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen
HUGO BOSS und dem Solomon R. Guggenheim Museum.
Der mit $ 100.000 dotierte Preis wurde 1996 ins Leben gerufen und wird in 2010 zum achten Mal verliehen. Er wird von der Guggenheim Foundation verwaltet und stellt keine Bedingung an Alter, Geschlecht, Nationalität und Kunstform.
Vielmehr sind Innovation und Kreativität die entscheidenden Kriterien bei der Vergabe des Preises, die durch eine internationale Jury, bestehend aus Museumskuratoren, Kritikern und Sammlern, erfolgt.
1996 ging die erste Auszeichnung an den amerikanischen Künstler Matthew Barney, die zweite erhielt 1998 der Schotte Douglas Gordon. Im Jahr 2000 ging der Preis an die slowenische Künstlerin Marjetica Potrc, 2002 an den französischen Künstler Pierre Huyghe, im Jahr 2004 an den Thailänder Rirkrit Tiravanija und 2006 an die britische Künstlerin Tacita Dean. Im Jahr 2008 wurde die palästinensische Künstlerin Emily Jacir mit dem Award ausgezeichnet und 2010 der Deutsche Hans-Peter Feldmann.
DIE JURY
Nancy Spector ist Chefkuratorin der Solomon R. Guggenheim Foundation, wo sie Ausstellungen der konzeptionellen Fotografie betreut, wie beispielsweise von Felix Gonzalez-Torres, Matthew Barney’s Cremaster Cycle, Richard Prince und vielen mehr. Unter der Schirmherrschaft des Deutschen Guggenheim, Berlin beauftragte sie besondere Projektarbeiten von Andreas Slominski, Hiroshi Sugimoto und Lawrence Weiner sowie eine Sonderausstellung der Werke von Joseph Beuys und Matthew Barney. 1997 war Spector außerordentliche Kuratorin der Biennale Venedig und 1998 Co-Organisatorin der ersten Berlin Biennale.
Joan Young, stellvertretende Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Managerin für amtliche Angelegenheiten, trat 1995 der kuratorischen Belegschaft des Solomon R. Guggenheim Museums bei. Sie hat zahlreiche Ausstellungen betreut, wie beispielsweise Projekte der HUGO BOSS PRIZE Gewinner Rirkrit Tiravanija (2005), Tacita Dean (2007), und Emily Jacir (2009) sowie Phoebe Washburn: Regulated Fool’s Milk Meadow (2007) und Julie Mehretu: Grey Area (2009) für das Deutsche Guggenheim, Berlin.
Alexandra Munroe, Ph.D ist leitende Kuratorin für asiatische Kunst des Solomon R. Guggenheim Museum, New York, dem ersten asiatischen Kunstkuratorium, welches an einem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst im Westen gegründet wurde. Sie ist international anerkannt für ihre charakteristischen Ausstellungen und Veröffentlichungen, wie beispielsweise The Third Mind: American Artists Contemplate Asia, 1860-1989 (2009) und Cai Guo-Qiang; I Want to Believe (2008), welche die am zweitbesten besuchte Ausstellung in der Geschichte des Museums war. Der Katalog gewann 2008 den Wittenborn Prize für herausragende Wissenschaft, Design und Produktion.
Yasmil Raymond ist Kuratorin der Dia Art Foundation, New York. Bis vor kurzem war sie noch stellvertretende Kuratorin am Walker Art Center in Minneapolis (2004-2009), wo sie Ausstellungen der Arbeiten von Tomás Saraceno (2009), Tino Sehgal (2007) und Kara Walker (2007, mit Philippe Vergne); und die Gruppenausstellungen Statements: Beuys, Flavin, Judd (2008) und Brave New Worlds (2007, mit Doryun Chong) betreute. Gegenwärtig organisiert sie die Gruppenausstellung Abstract Resistance, die im Februar 2010 im Walker Art Center eröffnet.
DIE JURY
Udo Kittelmann ist Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Von 1987 bis 1993 arbeitete er als freiberuflicher Kurator und hat seitdem mehr als 100 Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst betreut. Von 1994 bis 2001 war er Direktor des Kölnischen Kunstvereins (Köln). Im Jahre 2001 war er Beauftragter für den Deutschen Pavillon auf der Biennale Venedig und zwischen 2002 und 2008 Direktor des Museums für Moderne Kunst Frankfurt (MMK). Seit Herbst 2008, als er zum Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin ernannt wurde, ist er u.a. verantwortlich für die Alte Nationalgalerie und Neue Nationalgalerie, das Museum Berggruen und den Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart.
Tirdad Zolghadr ist ein unabhängiger Schriftsteller und Kurator in Berlin. Er schreibt für das Frieze Magazin und lehrt am Center for Curatorial Studies, Bard College, New York. Als Kurator hat Zolghadr erst kürzlich den Nationalpavillon der Vereinigten Arabischen Emirate, Biennale Venedig 2009 und das Langzeit-Projekt Lapdogs of the Bourgeoisie (mit Nav Haq) betreut. Zolghadr ist kuratorischer Berater für Artist Pension Trust und das Guggenheim Abu Dhabi sowie Sonderredakteur für das Cabinet Magazin. Sein erster Roman Softcore wurde 2007 veröffentlicht (Telegram Books, Übersetzungen auf deutsch, italienisch und französisch). Zurzeit schreibt er sein zweites Buch, Top Ten.
DIE NOMINIERUNG
Jeder Juror wird aufgefordert, jeweils fünf Künstler für die engere Wahl zu nominieren. Innerhalb von zwei Tagen werden dann die schriftlichen und visuellen Materialien geprüft, die Werke der nominierten Künstler diskutiert, und die Mitglieder der Jury verständigen sich auf eine Shortlist mit sechs Künstlern.
Der Award wird an Künstler vergeben, deren Arbeit eine bedeutsame Weiterentwicklung der zeitgenössischen bildenden Kunst repräsentiert.
Der Preis wird unabhängig von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft, Nationalität und Medium verliehen. Die Personen, die mit dem HUGO BOSS PRIZE ausgezeichnet werden, können junge aufstrebende, bereits etablierte Künstler oder aber Individuen sein, deren öffentliche Anerkennung schon längst überfällig ist.
AUSWAHLVERFAHREN
Die Jury für den HUGO BOSS PRIZE besteht aus zwei Mitgliedern des Guggenheim Kuratoriums sowie drei Kuratoren von anderen künstlerischen Einrichtungen. Die Jury hat den Anspruch, einen internationalen Querschnitt wiederzuspiegeln, ist jedoch nicht in der Lage dieser Forderung nach globaler Repräsentation immer gerecht zu werden. Die Mitglieder werden zu jeder Preisverleihung neu zusammengestellt.
Die Juroren werden angehalten, bis zu zehn Künstler zur Auswahl zu stellen. Die Intention des Preises ist es, den Künstler zu identifizieren, dessen Arbeit - unabhängig vom Medium - eine bedeutsame, neue Entwicklung in der zeitgenössischen Kunst veranschaulicht. Eine Entwicklung, die ein internationales, kulturelles Echo provoziert. Für solch ein Unterfangen muss jedes Mitglied der Jury für sich selbst herausfinden, welche aktuellen kulturellen Trends am prägnantesten sind, welche von ihnen sich auch über einen längeren Zeitraum durchsetzen werden.
Da der HUGO BOSS PRIZE einem Künstler unabhängig von Alter, Geschlecht oder ethnischer Herkunft verliehen wird, können junge, aufstrebende Künstler ausgezeichnet werden oder aber die Arbeit eines anerkannten Künstlers honorieren.
In der langen Beratungsphase werden schriftliche wie visuelle Materialien gesichtet und die Arbeiten eines jeden nominierten Künstlers diskutiert. Anschließend verständigen sich die Mitglieder der Jury auf eine Auswahl von sechs Künstlern.
In den Monaten vor der finalen Auswahl machen sich die Juroren mit dem Portfolio der Künstler bekannt, um dann wieder zur Bestimmung des Gewinners zusammenzutreten.
Das entscheidende Kriterium zur Verleihung des HUGO BOSS PRIZE an einen Künstler ist, dass dieser das höchste Maß an Ästhetik erreicht und dabei eine nachhaltige, kohärente Vision aufzeigt.
Die Auszeichnung mag eine Gemeinschaftsarbeit oder das ganzheitliche Schaffen eines Künstlers anerkennen, anstatt sich auf ein bestimmtes Werk zu konzentrieren.
Wie jede andere Auszeichnung für zeitgenössische Kunst auch, reflektiert jeder Gewinner des HUGO BOSS PRIZE die Meinungen und Interessen der Individuen, aus denen sich die Jury zusammensetzt.
DIE TROPHÄE
Die Idee bei der Entwicklung der HUGO BOSS PRIZE Trophäe war es, sich von allen klassischen Pokalformen abzuwenden und etwas Außergewöhnliches, Futuristisches zu schaffen. Es entstand der Entwurf eines organisch, geformten Tetraeders, in dessen Mitte eine Kugel eingefasst ist. Das Objekt besteht somit aus zwei Körpern. Es gibt keine Ober- oder Unterseite, keine Vorder- oder Rückseite. Die Trophäe erschließt sich von allen Seiten.
Entwürfe und kolorierte Skizzen bildeten die Grundlage für die spätere Umsetzung (siehe Bild Trophäe). Die Größen und Proportionen wurden mit Hilfe von zweidimensionalen Computerzeichnungen berechnet. Mit dem Einsatz von speziellen Computerprogrammen wurde die Trophäe dreidimensional erstellt, um danach die Proportionen für den Werkzeugbau und der Gußform festlegen zu können. Grundlage für das Modell ist eine Sandgußform (siehe Bild Form). Mit Hilfe von flüssigem Aluminium werden die Hohlräume des gepreßten Formsandes ausgegossen.
Die dadurch entstehenden Aluminiumsegmente werden von Hand bearbeitet, geschliffen und poliert. In einem letzten Arbeitsschritt werden schließlich die vier Aluminiumteile montiert und die Glaskugel fixiert. Dann kann die Trophäe an den Gewinner überreicht werden.
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