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06.04.2014 | Arts

David Bailey für HUGO BOSS

Von Nadia Marks

David Bailey ist einer der renommiertesten und vielleicht sogar einer der berühmtesten Fotografen dieser Zeit. Seine Karriere erstreckt sich über mehr als fünf Jahrzehnte und er ist für den „coolen“ britischen Stil verantwortlich, der die Modefotografie verändert und Generationen von Fotografen, Künstlern und Designern beeinflusst hat. Er fotografiert seit mehr als 60 Jahren und hatte einige der wichtigsten und einflussreichsten Menschen der Welt vor der Linse. Oft ist Bailey bekannter als manche seiner Modelle, darunter Schauspieler, Filmemacher, Schriftsteller, Musiker, Modeikonen, Designer, Models, Künstler und Menschen, denen er auf seinen Reisen begegnete. In den 1960er-Jahren drehte der italienische Regisseur Antonioni den Kultstreifen „Blow-up“ in Anlehnung an Baileys Leben . Er wird oft als der Johnny Depp seiner Zeit bezeichnet – sein gutes Aussehen und sein „Bad Boy“-Verhalten sind legendär. Und dann sind da natürlich seine Frauen! Er ist nicht nur international als Fotograf berühmt, sondern wurde durch seine Ehen und Beziehungen mit einigen der schönsten Frauen der Welt auch zu einem der am meisten beneideten Männer unserer Zeit. Unter anderem lebte er mit Jean Shrimpton zusammen, die Baileys Karriere ins Rollen brachte und später zum ultimativen Schönheitsidol wurde. Er war mit der französischen Schauspielerin Catherine Deneuve und dem umwerfenden amerikanischen Model Marie Helvin verheiratet. Seine derzeitige Ehefrau Catherine Bailey ist eine der großen britischen Schönheiten der Gegenwart und sie ist die einzige Gattin, die seinen Namen angenommen und ihm Kinder geschenkt hat – zwei Söhne und eine Tochter.

Im Februar dieses Jahres wurde eine große Ausstellung mit mehr als 300 von Baileys Porträtfotos in der National Portrait Gallery in London eröffnet, mit HUGO BOSS als Sponsor. Der Titel der Ausstellung, „Bailey's Stardust“, bezieht sich auf das, woraus wir alle bestehen und wozu wir letztendlich wieder werden – Sternenstaub. Bailey selbst hat die Ausstellung in den vergangenen drei Jahren organisiert und herausgekommen ist eine der größten und wichtigsten Ausstellungen der National Portrait Gallery. Die Ausstellung nimmt das gesamte Erdgeschoss ein. Die Bilder sind nach Themen sortiert, womit sich quasi ein Tagebuch von Baileys Arbeit ergibt. Er selbst sagte, dass es sehr schwer gewesen sei, zu entscheiden, was in die Ausstellung kommt und was nicht. Bailey arbeitet unermüdlich und hat wahrscheinlich genügend Fotografien, um mehrere Stockwerke der National Portrait Gallery zu füllen. Einige Räume sind nicht den bekannten Fotos von Stars aus der Welt der Mode und der Kunst gewidmet, sondern seinen Reisen nach Delhi, dem Naga-Gebirge und Australien sowie den äußerst bewegenden Dokumentarfotos aus Papua-Neuguinea und von der großen Hungersnot in Ostafrika in den 80er Jahren. Wieder andere Räume beherbergen Aufnahmen aus seinem gefeierten Werk „Box of Pin-Ups“, darunter Michel Caine, Mick Jagger und die berüchtigten Kray Brothers. Ein Bereich zeigt nur Bilder von seiner Frau Catherine Bailey und ein anderer Raum beherbergt Aufnahmen aus Baileys Buch „Democracy“, für das er ganz normale Menschen fragte, ob sie sich nackt fotografieren lassen würden.

Mehr Bilder

Catherine Bailey von David Bailey, 1987

Nach der Show traf ich Bailey in seinem Studio und konnte ihm einige Fragen stellen, und wie immer waren seine Antworten sehr aufschlussreich.

War Fotograf von Anfang an Ihr Traumberuf?

Nein, ich wollte einfach nur etwas Kreatives mit meinem Leben machen. Als Kind habe ich immer wieder Bilder von Disney-Figuren gemalt.

Wann haben Sie die Fotografie für sich entdeckt?
Mit zehn oder elf Jahren war ich davon fasziniert, wie Filme entwickelt werden.

Wann haben Sie Ihre erste Kamera bekommen?

Ich habe die Kamera meiner Mutter benutzt. Es war eine kleine Box Brownie, die dann leider gestohlen wurde. Ich konnte mir erst eine neue leisten, als ich in den späten 50ern in der Airforce war – eine billige Kopie einer zweiäugigen Rolleiflex.

Ihre Liebesaffären und Ehen mit schönen Frauen sind legendär. Was hat Sie so anziehend gemacht?

Humor und Ehrlichkeit.

Wer war das beste Model, mit dem Sie je gearbeitet haben?

Das Wort „beste“ gibt es bei mir nicht, weil ich seine Bedeutung nicht verstehe. Mit Jean Shrimpton und Kate Moss war die Zusammenarbeit am einfachsten. Beide besitzen ein instinktives Verhalten vor der Kamera, wie die Garbo und die Dietrich. Die Kamera liebt sie einfach. Die Technik hat ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie wir Schönheit wahrnehmen, vor allem durch die Verwendung von Computern und starkes Retuschieren. Der Maler Raffael hat das auch so gemacht – oder glauben Sie etwa, dass all diese Renaissancefrauen wirklich so ausgesehen haben?

GUEST EDITOR NADIA MARKS

Die Journalistin Nadia Marks ist eine gute Freundin von David Bailey. Sie schreibt für alle führenden Design- und Modemagazine in Großbritannien und international. Derzeit arbeitet sie an ihrem dritten Buch. Für HUGO BOSS hat sie David Bailey nach der privaten Eröffnung von „Bailey's Stardust“ interviewt.

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