Design

BOSS Fragrances

William Andrews, vom Fragrance Creation Team bei Procter & Gamble Prestige, eröffnet spannende Einblicke in die Welt der Parfüm-Kreation. Nachdem der Duftforscher bereits erste Insights über das neue BOSS Parfüm MA VIE Pour Femme verraten hat, spricht er hier mit uns über seine Inspiration für neue Düfte und die länderspezifischen Vorzüge im Bezug auf Parfüm.

Herr Andrews, was sind die aktuellen Trends im Parfüm-Design? Gibt es überhaupt Trends in der Duftbranche?
Irrtümlicherweise denken viele, dass Parfüms Modetrends unterliegen. Das stimmt jedoch nicht, denn Modetrends wechseln alle sechs Monate, Dufttrends hingegen existieren länger, ungefähr drei bis fünf Jahre. Dies ist hauptsächlich vom Kreationsprozess abhängig: denn es dauert circa zwei bis drei Jahre bis ein neues Parfüm entwickelt ist. Außerdem werden Düfte nicht von der Mode, sondern vielmehr von sozio-kulturellen Trends beeinflusst.

An welchen Orten finden Sie neue Inspirationen für Ihre Düfte?
Wir sind so etwas wie Kreativdirektoren im Bereich Parfüm-Design: Wir haben alle trainierte Nasen, allerdings wir sind keine Parfumeure. Parfumeure entwickeln Konzeptideen und lassen sich von allem, das ihnen begegnet, inspirieren. Sie sind Menschen, die gerne reisen und ein gutes Gespür für kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen besitzen. Sie lieben Essen und Wein, ebenso wie Menschen und Geschichte. Für die meisten ist es sicherlich sehr abstrakt und schwierig vorzustellen, wie es Ihnen gelingt, aus einer Inspiration einen Duft zu kreieren.

Berücksichtigen Sie die psychologische Wirkung eines Geruchs während Sie ein Parfüm kreieren?
Nicht wirklich. Wir können nicht sagen, “dieser Duft macht dich glücklich”. Unsere Aufgabe ist es vielmehr, das Image eines Modehauses in einen Duft zu übertragen. Wir sehen das Parfüm als perfektes Finish für jeden der es liebt sich in HUGO BOSS zu kleiden. Der Duft trägt dazu bei, sich erfolgreich und selbstsicher zu fühlen – egal wohin man geht.

Wo finden Sie besondere Duft- und Inhaltsstoffe?
Das besondere in unserem Büro in Egham, in dem ich momentan arbeite, ist, dass wir ein eigenes Duftlabor besitzen, welches von unseren Parfumeuren genutzt wird und über 2.500 verschiedene Duftinhaltsstoffe bereit hält. Man kann von Fläschchen zu Fläschchen wandern, daran riechen und neue Düfte kennen lernen. Das ist absolut faszinierend! Wir haben Zugang zu fast allen Rohmaterialien der Welt und erhalten Inhaltsstoffe von Parfümöl-Zulieferern weltweit. Das macht uns und unsere Arbeit einmalig.

Wie unterscheiden sich die Duftvorlieben von verschiedenen Ländern und bei Männern und Frauen?
Es gibt tatsächlich Unterschiede in den Vorlieben, sowohl zwischen den Geschlechtern als auch in den verschiedenen Märkten. Zum Beispiel zeigen Spanien und Frankreich ähnliche Präferenzen. Deutschland hingegen teilt seine Vorzüge mit China und Großbritannien. Die USA hat wiederum völlig andere Vorlieben. Wenn verschiedene Kulturen andere Gerüche mögen und das gleiche Parfüm dadurch mit unterschiedlichen Dingen assoziiert wird, stellt uns das natürlich vor eine kleine Herausforderung. Zwei besondere Extreme sind momentan zum Beispiel Brasilien oder der Mittlere Osten und Japan: Im Mittleren Osten lieben es die Menschen, Parfüm zu tragen, während die Japaner mit Duft anders umgehen. Dort riecht ein guter Duft eher neutral und dezent ohne dominanten Charakter. Deswegen ist der japanische Parfümmarkt nur sehr klein.

In welchen Ländern benutzen Frauen am häufigsten Parfüm?
Ich denke der Mittlere Osten und Brasilien sind beides Regionen, in denen die Leute Parfüm sehr schätzen. Im Mittleren Osten haben die Menschen allein durch ihre Kultur eine starke Beziehung zu Düften. Es ist unglaublich, wie viel Parfüm dort getragen wird – enorm. Die Menschen benutzen verschiedene Duftnoten, abhängig vom gesellschaftlichen Status, sowie der eigenen Persönlichkeit. Sie verstehen genau, wie Parfüm funktioniert und wie es für die eigene Person sprechen kann.

Bei all den neuen Düften, die auf dem Markt auftauchen: Denken Sie, dass eine Frau einen ganz eigenen unverkennbaren Duft besitzen sollte?
Die Idee hinter Parfüm ist die Freude daran. Die Frage ist: Wie findet man den einen richtigen Duft, der zu einem passt? Ich würde sagen, dass man Parfüm mit der gleichen Sorgfalt und Aufmerksamkeit auswählen und kaufen sollte wie ein Kleidungsstück. Allerdings wird dies immer schwieriger. In den 1960-er Jahren gab es insgesamt 62 verschiedene Parfüms weltweit – während eines ganzen Jahrzehnts! Allein im letzten Jahr haben wir 1.400 unterschiedliche Düfte lanciert. In diesem Zusammenhang wird es immer wichtiger, dass ein Duft mit einer Modemarke in Verbindung steht – so lässt sich den Leuten besser vermitteln, welche Werte ein Parfüm repräsentiert.

Vielen Dank für das Interview, Herr Andrews.

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