Formel-E-Fahrer Lucas di Grassi von BOSSFormel-E-Fahrer Lucas di Grassi von BOSS
„Fahrzeuge mit Elektromotor sind die Zukunft.“

Das erste Rennen, das der brasilianische Formel-E-Fahrer Lucas Di Grassi gewann, war der Beijing ePrix 2014. Seitdem hat er häufiger auf dem Podium gestanden als jeder andere Fahrer. Er gewann die dritte Meisterschaftssaison und sicherte sich 2018 einen knappen zweiten Platz hinter Jean-Eric Vergne, ebenfalls ein BOSS Fahrer. Er erzählt, wie er sich fit hält, warum das Fahren für ihn wie Meditation ist und wie die Formel E die Welt verändern wird.

Lucas Di Grassi für HUGO BOSSLucas Di Grassi für HUGO BOSS
  • Wie hat alles mit dem Autorennen begonnen?
    Ich kam 1994 zum Autorennen. Damals war ich neun Jahre alt und fuhr in Brasilien Go-Kart. Ganz in der Nähe unseres Hauses auf dem Land gab es nämlich eine Go-Kart-Strecke. Ich verbrachte meine Wochenenden dort und hatte einfach nur Spaß. Und so fing alles an.
  • Was hat Sie zur Formel E gezogen?
    Ich habe die Formel E zusammen mit Alejandro von Anfang an mit aufgebaut. Für uns stand fest, dass Fahrzeuge mit Elektromotor in Zukunft immer wichtiger werden würden und dass wir eine Motorsportkategorie brauchten, um die Technologie voranzubringen.
  • Wie sieht Ihr Training aus?
    Es besteht vor allem aus täglichem Ausdauertraining wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen, entweder im Fitnessstudio oder draußen. Um einen Rennwagen, egal welchen Typs, zu fahren, muss man extrem fit sein.
  • Welchen Unterschied macht es, ob man einen Formel-E-Wagen oder einen benzinbetriebenen Rennwagen fährt?
    Beim Fahren von Formel-E-Wagen ist die Technik eigentlich gar nicht groß anders. Natürlich ist der Wagen ein wenig anders, was aber vor allem am Reifen liegt. Der Unterschied macht sich also nicht so sehr darin bemerkbar, ob das Fahrzeug einen Verbrennungs- oder einen Elektromotor hat. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Rennen ist, dass die Herangehensweise bei der Formel E viel strategischer ist, weil der Elektroantrieb begrenzt ist. Es ist fast so, als ob man bei 200 km/h Schach spielen würde. Man braucht eine sehr gute Strategie, um genau im richtigen Moment anzugreifen, sich zu verteidigen und die Energie clever zu nutzen.
  • Was ist der wichtigste Beitrag, den die Formel E zum Motorsport leistet?
    Ihre Fähigkeit, eine Technologie voranzubringen, die nicht nur für den Motorsport besser ist, sondern in Zukunft auch das Leben der Menschen verbessern kann. Sie leistet außerdem einen Nachhaltigkeitsbeitrag für die Umwelt. Es ist der erste Sport, der eine Technologie fördert und entwickelt, die nicht nur einen großen Einfluss auf den Sport und die damit verbundene Unterhaltung hat, sondern auch auf die Zukunft und die ganze Menschheit. Ich gehe davon aus, dass die Formel E in den nächsten zehn Jahren weltweit zur Hauptform des Motorsports werden wird.
  • Wie war Ihre Zusammenarbeit mit HUGO BOSS bis jetzt?
    Die bisherige Zusammenarbeit mit HUGO BOSS war fantastisch. Ich finde, es zeugt von Stärke, dass HUGO BOSS die Formel 1 verlassen hat, um sich mit der Formel E der Zukunft zuzuwenden. Sie setzen damit auf eine Meisterschaft, die noch wächst. Doch HUGO BOSS passt auch persönlich zu mir wegen der Kleidung, die ich zum Beispiel im Business-Alltag oder in der Freizeit trage. Mein persönlicher Stil ist etwas legerer und passt ziemlich gut zu HUGO. Aber auch die Made-to-Measure-Anzüge sind etwas ganz Besonderes und heben sich deutlich von anderen Produkten ab. Es ist mir eine Ehre, Botschafter für HUGO BOSS zu sein, weil die Arbeitsphilosophie meiner eigenen sehr ähnlich ist. Wir beschäftigen uns beide mit der Zukunft, wir wollen technologische Innovationen fördern und nur die besten Produkte herstellen.
  • Können Sie uns einen Ihrer besten Rennmomente verraten?
    Mein bisher bester Moment als Rennfahrer war der Sieg bei der Formel-E-Weltmeisterschaft im letzten Jahr an einem sehr spannenden Wochenende in Montreal. Ich hatte echt viel Spaß und auch die Party danach war richtig gut.
  • In welcher Stadt fahren Sie Ihre Rennen am liebsten?
    Das ist schwer zu sagen. Ich finde, wir hatten viele tolle Rennen im Laufe der vier Meisterschaften, aber wenn ich mich für ein besonders beeindruckendes entscheiden müsste, wäre das wahrscheinlich Mexiko-Stadt. Ich ging als Letzter ins Rennen und habe es am Ende trotzdem gewonnen, das war einfach Wahnsinn. Ich hatte also viel Spaß mit den mexikanischen Fans. Bei der Siegerehrung waren 40.000 bis 50.000 Menschen dabei. Aber auch das letzte Rennen in Zürich war wirklich toll. Da hatten wir über 100.000 Zuschauer. Es gab schon viele unvergessliche Moment in der Formel E.
  • Was halten Sie davon, dass die Rennstrecke im Herzen der Stadt liegt?
    Das hat einen großen Einfluss, sowohl auf die Fans als auch auf uns Fahrer. Für uns ist es natürlich viel schwieriger auf Stadtstraßen zu fahren, die nicht perfekt an Rennwagen angepasst sind. In Zürich verlief zum Beispiel eine Straßenbahnlinie quer über die Rennstrecke. Das ist zwar nicht gerade ideal, aber es gibt der Strecke auch Charakter. Die Strecke ist ja für alle Fahrer gleich, also muss man einfach das Beste daraus machen. Außerdem ist es super für die Fans. Wir bringen das Rennen zu ihnen, sodass sie nicht mehr zwei Stunden zu einem entlegenen Ort fahren müssen, um ein Motorsport-Event zu sehen. Diese Kombination ist meiner Meinung nach ein großer Vorteil für die ganze Meisterschaft.
  • Was geht Ihnen auf der Rennstrecke durch den Kopf?
    Es ist fast eine Art der Meditation. Man sitzt einfach im Auto, versucht mit dem Auto zu verschmelzen und in einen mentalen Zustand zu kommen, in dem alles automatisch und in Zeitlupe abläuft, und dann passt man sich einfach dem Auto an. Für mich ist das eine Form der Meditation. Wenn man diesen Zustand erreicht, weiß man, dass man geistig woanders ist und die bestmögliche Leistung erbringen kann.
  • Wie feiern Sie Ihren Sieg?
    Normalerweise feiere ich zusammen mit meinem Team. Der Sieg ist nämlich nicht nur mein Verdienst. Alles steht und fällt mit dem Team und Motorsport ist ein Teamsport. Wir kommen also alle zusammen, trinken etwas und genießen den Moment. Am nächsten Tag machen wir uns aber auf jeden Fall wieder an die Arbeit und konzentrieren uns auf den nächsten Sieg. Deswegen ist es wichtig, dass man die Erfolge gleich dann feiert, wenn man sie erreicht hat.
  • Wenn Sie sich eine Stadt für ein Rennen aussuchen könnten, welche wäre das?
    Das wäre dann natürlich in Brasilien, weil ich ja Brasilianer bin. Wir versuchen schon lange, dort ein Rennen zu veranstalten, und ich denke, wir sind nah dran, ein Rennen in meiner Heimatstadt São Paulo hinzubekommen. Das wäre natürlich genial.