Formel-E-Fahrer Jean-Éric VergneFormel-E-Fahrer Jean-Éric Vergne
„Im Motorsport wirst du immer an deinem letzten Rennen gemessen."

Von der Kartbahn seines Vaters über die Formel 1 bis zur Formel E hat der Franzose Jean-Éric Vergne in seiner Karriere alle Etappen des Rennsports durchlaufen. Er hat 58 Grands Prix hinter sich und holte sich in der vergangenen Formel-E-Saison den Fahrertitel. BOSS hat mit ihm über seine Liebe zu Elektroautos und seine Traumstrecken gesprochen.

Formel-E-Fahrer Jean-Éric VergneFormel-E-Fahrer Jean-Éric Vergne
  • Wie hat alles mit dem Autorennen begonnen?

    Ich fing mit vier oder fünf Jahren auf der Kartbahn meines Vaters an. Ich erinnere mich nicht mehr an das erste Mal. Ich war noch sehr jung.

  • Was hat Sie zur Formel E gezogen?

    Beim dritten Rennen der ersten Saison bekam ich die Gelegenheit, für Andretti (Autosport) zu fahren. Ich kam gerade aus der Formel 1 und nahm das Angebot an. Das war in Punta del Este. Nach diesem ersten Rennen erkannte ich das große Potenzial der Meisterschaft. Ich schloss die Saison mit Andretti ab und das war quasi der Beginn meiner Formel-E-Karriere.

  • Wie bereiten Sie sich auf ein Rennen vor?

    Vor jedem Rennen verbringen wir viele Tage in einem Simulator, in dem wir die 180-Kilowatt-Runden so schnell wie möglich fahren müssen. Dann gibt es auch noch einen Augensimulator. Vor dem Rennen verbringen wir also relativ viel Zeit im Simulator.

  • Welchen Unterschied macht es, ob man einen Formel-E-Wagen oder einen benzinbetriebenen Rennwagen fährt?

    Bei elektrischen Rennwagen hat man keinen Lärm bzw. nicht den gleichen Lärm wie bei herkömmlichen Rennautos. Das bedeutet, dass die Rennen auch im Stadtzentrum stattfinden können. Und das ist der entscheidende Unterschied. Ein großer Teil des Rennens dreht sich um das Energie-Management. Der beste Fahrer verbraucht die wenigste Energie. Das macht es sehr schwer, aber auch interessant.

  • Was ist der wichtigste Beitrag, den die Formel E zum Motorsport leistet?

    Bei der Formel E führen alle Hersteller ihre Technologien vor. Wenn eine Marke gewinnt, dann hat dieser Hersteller die besten Elektroautos. Das ist ein großes Marketing-Argument für potenzielle Verkäufer. Ein wichtiger Punkt, den es bei der Formel 1 nicht mehr gibt.

  • Wie war Ihre Zusammenarbeit mit HUGO BOSS bis jetzt?

    Wirklich toll! Als ich ein Kind war, traf HUGO BOSS Ayrton Senna. Als Botschafter bin ich stolz darauf, Teil der HUGO BOSS Familie zu sein und freue mich auf die Zusammenarbeit bei dieser Meisterschaft.

  • Können Sie uns einen Ihrer besten Rennmomente verraten?

    Mein Sieg in Paris. Es war toll, in meiner Heimatstadt zu gewinnen. Einfach großartig. Auch mein Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans war ein großer Moment.

  • In welcher Stadt fahren Sie Ihre Rennen am liebsten und warum?

    Ich bin Pariser, also muss ich sagen Paris. Nicht nur, weil ich gewonnen habe, sondern weil es eine tolle Location ist. Wir waren wirklich genau im Zentrum von Paris und die Strecke war großartig.

  • Was halten Sie davon, dass die Rennstrecke im Herzen der Stadt liegt?

    Für mich macht es das Rennen noch besser. Man hat eine tolle Location, die Strecke ist gut und man darf sich keine Fehler erlauben, weil überall Wände sind. Ich fahre gerne im Herzen der Stadt.

  • Wenn Sie sich eine Stadt für ein Rennen aussuchen könnten, welche wäre das?

    Ein cooles Rennen wäre Tokio bei Nacht.

  • Wie feiern Sie Ihren Sieg?

    Wir haben die Podiumszeremonie und machen ein Foto mit dem Team. Wenn wir gewinnen, köpfen wir eine große Flasche Champagner. Danach konzentriert man sich bereits auf das nächste Rennen. Keine Zeit zum Entspannen. Im Motorsport wirst du immer an deinem letzten Rennen gemessen Du musst hart weiterarbeiten, um im nächsten Rennen wieder gut abzuschneiden.