Henry Cavill Editorial von BOSSHenry Cavill Editorial von BOSS

In der Hauptrolle

Das Leben eines Schauspielers ist nie langweilig. Henry Cavill genießt jede Minute davon. Im Interview mit Louis Wise spricht er über Superman und adrenalingeladene Stunts.

Schwer zu sagen, wann sich Henry Cavills Leben komplett verändert hat. Vielleicht im Jahr 2002, als er direkt aus der Schule für den "Grafen von Monte Cristo" engagiert wurde? Oder als er in der Hitserie "The Tudors" zum Serienliebling wurde? Oder vielleicht – und das ist am wahrscheinlichsten – durch seine Rolle als Superman? Seit 2013 trägt Henry Cavill das berühmte rote Cape des Superhelden. Doch genau wie sein Filmcharakter ist er bescheiden geblieben.

„Ich glaube, es gibt nicht nur einen großen Moment“, sagt er. „Erfolg besteht aus einer Reihe von Momenten.“ Die Antwort ist typisch Cavill: überlegt, unerschütterlich und klassisch britisch. Der Schauspieler ist auf der kleinen britischen Insel Jersey geboren und aufgewachsen und hat schon früh gelernt, dass man dranbleiben muss. Nach "Monte Cristo" sprach er für mehrere Hauptrollen vor: in "Twilight", als James Bond und tatsächlich auch als Superman. Immer wieder wurde er abgelehnt. Doch aufgrund seiner Beharrlichkeit konnte er die frustrierenden Erlebnisse dieser frühen Jahre in Erfolge verwandeln. Ob als Clark Kent, als rätselhafter August Walker in "Mission: Impossible – Fallout" oder als überraschend witziger Napoleon Solo in "Codename U.N.C.L.E." – mit einem Mix aus klassischem Actionstar und moderner Sensibilität hat sich der attraktive 36-jährige Brite seinen Platz unter den großen Filmstars des Jahrzehnts erspielt. Auch wenn er verdächtig zurückhaltend erscheint, sollten Sie nicht vergessen, dass dieser Mann all seine Stunts selbst macht – auch die verrücktesten.

„Ich liebe es!“, sagt er dazu. „Für mich ist es wirklich wichtig, meine eigenen Stunts zu machen, damit das Publikum komplett in die Action eintauchen kann.“ Der gefährlichste bisher war die berüchtigte Hubschrauberjagd in "Mission: Impossible", wo er sich Tom Cruise über den neuseeländischen Alpen stellt. Wirklich angsteinflößend, aber „es hat wirklich Spaß gemacht“, erzählt Cavill. Hätte es mit der Schauspielerei nicht geklappt, wäre er zum Militär gegangen. Definitiv ein Mann der Tat, sowohl auf der Leinwand als auch privat. Über "Mission: Impossible" sagt er: „Der Film hat mich dazu gebracht, endlich meinen Motorradführerschein zu machen. Und das war erst der Anfang!“

Henry Cavill mit BOSS EyewearHenry Cavill mit BOSS Eyewear

Man kann Cavill seinen Ehrgeiz nicht absprechen. Körperlich und geistig musste er stets in Topform sein, um es an die Spitze zu schaffen. „Ich halte mich selbst für sehr diszipliniert“, sagt er mit seinem typischen Hang zum Understatement. Ist es einfach, diese Disziplin zu bewahren? „Disziplin ist nicht durchgehend einfach oder schwierig“, antwortet er. „An einigen Tagen ist sie eine große Herausforderung, an anderen ein Kinderspiel. Die meisten meiner Rollen waren körperlich sehr anspruchsvoll. Das ist also etwas, in dem ich schon Übung habe.“

Die Wurzeln von Cavills Erfolg liegen in seiner Erziehung. Als vierter von fünf Jungen wuchs er in England als Sohn eines Börsenmaklers auf. Seine Mutter blieb zu Hause, als die Kinder noch jünger waren. Über seine Eltern hat Cavill nur Gutes zu sagen. Sein Vater brachte ihm zum Beispiel bei, wie sich ein Gentleman zu benehmen hat – ein Code, an den er sich noch immer hält. Mit so vielen Brüdern ging es zu Hause oft drunter und drüber („es gab eine Regel: nicht ins Gesicht schlagen!“).

Die perfekte Grundlage für seinen weiteren Schulweg an einem der prestigeträchtigsten britischen Internate in Stowe. Manchmal war es schwer, von zu Hause fort zu sein, aber im Internat entdeckte der junge Henry auch seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Er erinnert sich heute noch an den Tag, als Russell Crowe die Schule besuchte, um einen Film zu drehen. Henry, damals ein Teenager, fragte Crowe, wie es sich anfühlt, Schauspieler zu sein. Eine Woche später erhielt er ein Foto von Crowe im Film "Gladiator" mit der Post. Darauf stand: „Jede Reise, auch wenn sie Tausend Meilen lang ist, beginnt mit einem einzelnen Schritt.“

Henry Cavill mit BOSS EyewearHenry Cavill mit BOSS Eyewear

Rund 20 Jahre später hat Cavill viele Schritte gemacht und arbeitete sogar mit Crowe in "Man of Steel" zusammen. Dieses Jahr verspricht weitere Neuerungen für den Schauspieler: Zum ersten Mal spielt er in einem Fantasy-Drama mit, der Netflix-Serie "The Witcher", und übernimmt auch eine Rolle im Videospiel "Squadron 42". Was früher undenkbar war, ist heutzutage für einen Filmstar gang und gäbe – schließlich hält das Showbusiness mit neuen Technologien und neuen Erzählformen Schritt. Bei "Squadron 42" musste Cavill nicht lange überlegen. „Ich war schon immer ein großer Videospiel-Fan.“ Einer der Macher des Spiels war auch für das PC-Spiel "Wing Commander" verantwortlich, das Cavill früher liebte. „Als ich hörte, dass ein neues Spiel entwickelt wurde, wollte ich natürlich ein Teil davon sein.“

Seine größte Leidenschaft ist im Moment sein Hund Kal, ein riesiger American Akita, der nach Supermans echtem Namen "Kal-El" benannt wurde. „Er begleitet mich fast überall hin mit“, erzählt Cavill, „aber es gibt nichts Besseres als einen ruhigen Sonntag mit ihm zu verbringen.“

Vor ein paar Jahren schickte ihm ein Freund einen Artikel mit dem Titel "50 Punkte – Ratschläge eines 80-Jährigen", der Cavill auch heute noch hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Ich gehe sehr viel in mich“, erklärt Cavill, „und das ist einer meiner Ankerpunkte.“ Der Artikel gibt 50 Lebensratschläge, von "Leg dir einen festen Händedruck zu" bis "Sei ein Held für jemanden".

„Das rückt wirklich alles ins rechte Licht“, meint er, „vor allem, wenn es stressig wird.“ Stressig? Man kann sich kaum vorstellen, dass Cavill je gestresst ist. Aber wenn doch, dann geht er damit um wie mit jeder anderen Situation: ruhig, überlegt und beharrlich. Stark wie Superman und bedacht wie Clark Kent.

"Ich übe mich häufig in Selbstreflexion„

HENRY CAVILL

Schauspieler

Henry Cavill mit BOSS EyewearHenry Cavill mit BOSS Eyewear